Agile Teams

Agilität und Scheinselbstständigkeit

Agilität und Know-how – oft in Form von externem Spezialisten-Know-how - sind Erfolgskriterien für die Digitalisierung. Immer wieder hört man jedoch, dass der Einsatz von Freelancern bzw. Freiberuflern in agilen Projekten mit rechtlichen Risiken verbunden ist. Hier lesen Sie, wo eventuell Gefahr droht.

Risiko Scheinselbständigkeit

Unternehmen und Freelancer fürchten nach wie vor die Folgen der Scheinselbständigkeit. Für Unternehmen sind die wirtschaftlichen Konsequenzen einer festgestellten Scheinselbständigkeit tatsächlich massiv:

  • Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen für die Dauer des gesamten Vertragsverhältnisses,
  • Bußgelder in Höhe von bis zu 30.000 EUR, falls der Scheinselbständige als Subunternehmer eines Vermittlers tätig war,
  • Image-Schäden, die schwer zu quantifizieren, aber nicht zu vernachlässigen sind.

Auch für den Freelancer, insbesondere im Bereich der Wissensarbeiter, sind die Konsequenzen unerfreulich, da er sich  freiwillig und bewusst für eine selbständige Tätigkeit entschieden hatte.

Leider bietet auch die Anpassung des § 611a BGB zum 01.04.2017 keine einfachen Unterscheidungskriterien zwischen Arbeitnehmern und Selbständigen: Arbeitnehmer ist demnach, wer „zu weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet“ ist. Weisungen können sich dabei auf Inhalte, Ort und Zeit der Tätigkeit beziehen. In Arbeitsverträgen ist – im Unterschied zu einem Werkvertrag - in aller Regel nicht konkret bezeichnet, was der Arbeitnehmer zu tun hat. Es wird vielmehr durch den Arbeitsvertrag nur ein allgemeiner Rahmen gesetzt, der durch konkrete Arbeitsaufträge, d.h. Weisungen, mit Inhalt gefüllt wird. In der Praxis ist gemäß § 7 SGB IV, Abs. (1), für die Beurteilung noch wichtig, ob der Freiberufler in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers eingebunden ist. Eine klare Spezifikation der Arbeitsinhalte ist jedoch im Vorfeld oft weder möglich noch wünschenswert.

Agilität – ein Trend und seine Folgen

Das Wasserfall-Modell in der Software-Entwicklung ist Geschichte. Die Abfolge „Spezifikation – Implementierung – Test und Inbetriebnahme“ hat so in der Praxis nicht funktioniert. In Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 werden Projekte nur noch agil gesteuert. Insbesondere bei Anwendung der verbreiteten Scrum-Methode bedeutet dies, dass Arbeitsinhalte nur noch für einzelne Sprints von kurzer Dauer festgelegt werden.

Die umzusetzenden Anforderungen, die im Rahmen eines Sprints zu erledigen sind, scheinen allerdings für so manchen einer Weisung im arbeitsrechtlichen Sinn zum Verwechseln ähnlich. Und auch der Arbeitsort ist bei agilen Methoden de facto vorgegeben – zumindest, wenn in den häufig anzutreffenden gemischten Teams, bestehend aus externen und internen Mitarbeitern, entwickelt wird; denn Kommunikation und damit eine Kollokation, ist nach den agilen Prinzipien ein Muss. Und da das oberste Gebot der Agilität heißt: „Individuen und Interaktionen statt Prozessen und Werkzeugen“, ist es fast unumgänglich, Freelancer zu betrieblichen Festivitäten einzuladen und in die Betriebsorganisation einzubinden.

Der Scheinselbständigkeit sind Tür und Tor geöffnet.

Die Lösung: Agile Squads

Kein Problem mit der Scheinselbständigkeit haben Sie, wenn Sie autark operierende freelancer-Teams, sog. squads, beauftragen. Am besten natürlich, Sie finden ein Team, das bereits in anderen Projekten erfolgreich zusammengearbeitet hat. Reibungsverluste in der Anfangsphase des Teamaufbaus entfallen dann.

Um den notwendigen Know-how-Transfer sicherzustellen, ist es manchmal ratsam, einen internen Scrum Master  in das Team zu entsenden, der auch unternehmensspezifische Probleme aus dem Weg räumen kann, damit das Team ungehindert arbeiten kann. Alternativ können Sie natürlich auch einen Entwickler oder einen IT-Architekten in das Team entsenden.

Vertragspartner können das Team als Arbeitsgemeinschaft (Arge) oder jeder einzelne Freiberufler sein. Idealerweise arbeitet das Team z.B. in einem coworking-space. Die Inhalte werden zwischen dem Team und dem Product Owner, der den Auftraggeber vertritt, pro Sprint vereinbart.

Das Problem der Scheinselbständigkeit ist damit gelöst. Und nicht nur dieses: Auch das Risiko, dass ein neu zusammengestelltes Team nicht harmoniert, verschwindet. Und grade bei agilen Projekten ist der Schlüssel zum Erfolg ein funktionierendes Team.

Auf freelance pages können sie nicht nur einzelne Experten beauftragen, sondern auch etablierte Teams, die in früheren Projekten schon gezeigt haben, dass sie zusammen Probleme lösen können. Diese Teams müssen nicht als Unternehmen organisiert sein. Eine Beauftragung funktioniert genauso gut mit Freelancern, die in einem Vorgänger-Projekt erfolgreich zusammengearbeitet haben und beschließen, auf freelance pages gemeinsam aufzutreten. Für Sie bedeutet das eine erhebliche Einsparung beim Recruiting-Aufwand, mehr Produktivität und eine Beseitigung bisheriger Risiken im Compliance-Bereich. Lesen Sie mehr über die neue Team Funktion von freelance pages.

 

 

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